Braut

Viele Bräuche und Sitten beziehen sich auf die Braut und ihr Hochzeitsgewand

Bräuche und Sitten für die Braut

Viele Bräuche und Sitten beziehen sich auf die Braut und ihr Hochzeitsgewand.

Einer der bekanntesten Hochzeitsbräuche ist der Kauf des Brautkleides. Bei dem Besorgen des Brautkleides darf der Bräutigam nicht dabei sein, denn er soll das Hochzeitskleid zum ersten Mal erst am Hochzeitstag zu Beginn der Trauungszeremonie sehen. In der Regel kauft die Braut ihr Hochzeitskleid mit ihrer Mutter, Schwester, Trauzeugin oder einer guten Freundin.

In früheren Zeiten wurden helle Stoffe für das Brautkleid nur von besonders privilegierten adligen Damen gewählt, z. B. von Prinzessin Elisabeth. Die Mode für die hellen Brautkleider setzte sich erst zum Ende des 19. Jahrhunderts allgemein durch, vorher wurde meist die jeweilige Tracht in einer festlichen Version oder ein neues Kleid in dunklen Farbtönen getragen. Je nach dem Land und dem Reichtum der Bewohner gab es damals besonders aufwendige Kleider mit herrlichen Stickereien oder anderen schönen Verzierungen. Dazu kamen oft eine verzierte Schürze und eine besondere Kopfbedeckung, wie beispielsweise die Haube, unter die jungen Frauen gebracht wurden.

In den USA und bei uns in Deutschland wird bis heute eine alte europäische Sitte gepflegt, die aus Großbritannien stammt.

Laut dieser Sitte führt die Braut am Hochzeitstag vier Gegenstände bei sich: "Something old, something new, something borrowed, something blue." Das Neue sind meist das Brautkleid oder die Brautschuhe, welche die Zukunft symbolisieren. Das Alte können geerbte Brautaccessoires sein, Brautschleier, Ohrringe, Armreif oder Perlenkette. Das Alte symbolisiert das bisherige Leben der Braut. Das Geliehene könnte beispielsweise ebenso ein Schmuckstück oder ein Spitzentaschentuch von der Freundin sein, es steht als Sinnbild für die Freundschaft und das Glück. Das Blaue symbolisiert die Treue, es können zum Beispiel eine kleine blaue Schleife am Brautkleid, ein blaues Strumpfband oder blaue eingearbeitete Blumen im Brautstrauß sein. Das Hochzeitskleid, ob Tracht oder städtisches Gewand, war meist so teuer und kostbar, dass es für die Tochter und Enkelin in der Truhe aufgehoben wurde. Mit der Zeit der aufblühenden Stoffindustrie und der Erfindung der Nähmaschine sind die Hochzeitskleider modisch und kurzlebiger geworden.

Bräuche und Sitten für die Braut

Seit Urzeiten gehört auch der Schleier zur Brautausstattung.

In den verschiedenen Kulturen dient er vor allem dazu, den dramatischen Übergang zu symbolisieren. Er verhüllt die Braut in dem Moment der Trennung, macht den Abschied sichtbar, aber nicht ihre Gefühle und Tränen, die sie möglicherweise vergießt. Der Schleier beschützt die Braut auf dem Weg von den Eltern zum Bräutigam vor bösen Geistern und auch von den "bösen Blicken" missgünstiger Menschen. Wenn sich der Schleier nach der Trauungszeremonie hebt, ist die Gefahr vorbei. Als erster darf der Ehemann seine Braut ohne Schleier bewundern und deshalb hat er auch das Recht den Schleier zu heben.

Der Schleier hat auch noch eine weitere Bedeutung.

Er symbolisiert die Jungfräulichkeit der Braut, nur eine Jungfrau hat das Recht, einen Schleier zu tragen. Am Ende der Hochzeitsfeier wurde er ihr abgenommen und durch eine Haube ersetzt, an der jeder die verheiratete Frau erkennen konnte. Daher gibt es den Spruch "unter die Haube kommen", wenn es ums Heiraten geht. Diese Sitte geht auf eine alte Vorsicht zurück: Der künftige Ehemann wollte sich vergewissern, dass man ihm nicht die falsche Braut zugeführt hatte.

Auch die Brauthandschuhe gehören zu den ältesten Brautausstattungen.

Im Mittelalter hatten die Handschuhe nicht nur den Zweck, Hände vor der Kälte zu schützen. In der Zeit, in der man noch nicht lesen und schreiben konnte, waren die Handschuhe ein hohes Rechtsymbol, sie bekräftigten eine abgemachte Sache. Wenn eine Frau beispielsweise ihren Handschuh verschenkte, hieß es, dass sie damit eine Gunst erwies. Die Handschuhe waren als Rechtsmittel auch ein Bestandteil des Hochzeitszeremoniells. Falls die Braut dem Bräutigam ihren Handschuh reichte, schenkte sie ihm das Symbol ihrer Liebe.

Auch die Schleppe hat eine lange Geschichte, sie gehörte zur höfischen Mode.

In den Steinhäusern, Burgen und Bürgerhäusern gab es keine Fensterscheiben und keine Zentralheizung, deswegen haben sich die Frauen in lange Kleider gehüllt. In wilhelminischen Preußen gehörte die Schleppe zum uniformähnlich vorgeschriebenen Hofstaat, sie wurde aus praktischen Gründen wie eine Schürze umgebunden oder angeknöpft. Wenn die Damen nicht bei Hofe feierten und tanzten, wurde die Schleppe einfach ganz abgeknöpft. Moderne Schleppen werden aus leichteren Stoffen als die höfischen Schleppen angefertigt, der Trick mit dem Abknöpfen ist aber auch heute noch aktuell. Die Schleppenträgerinnen sind heute die Brautjungfern oder die Blumenmädchen. Ihre Aufgabe besteht darin, wenn es nötig ist, zuzugreifen, damit die Braut mit der lästigen Schleppe nicht an Kirchenstufen oder Türschwellen hängen bleibt.

Als klassischer Kopfschmuck der Braut in unseren Tagen ist der Blütenkranz.

Bereits die alten Römer und Griechen liebten Blumen und Kränze in verschiedenen Formen. Bis zum 18. Jahrhundert trug die Braut die so genannte Brautkrone, die mit künstlichen Früchten, Silber- und Goldperlen, Spiegelchen, Federn und Muscheln geschmückt war. Diese Krone war ein prachtvolles Stück, das von Generation zur Generation aufbewahrt und benutzt wurde. Im Mittelalter wurde die Brautkrone aus Immengrün und Tannenzweigen geflochten. Nach der Französischen Revolution wurde die Brautkrone zum Brautkranz umgewandelt.

Einer alten Tradition folgend, bezahlt die Braut ihre Hochzeitsschuhe mit gesammelten Pfennigen.

Dieser Brauch geht darauf zurück, dass in den meisten Familien früher lange für Mitgift und Aussteuer gespart werden musste. Es ist ein schöner Brauch, auch wenn heute nicht mehr in einen Strumpf gespart wird. Während der Hochzeitsfeier werden die Brautschuhe symbolisch an die Gäste versteigert, das Geld bekommt natürlich das Brautpaar.

Die Braut freut sich auf die traditionelle Morgengabe.

Früher war es ein Geschenk, das der Ehemann am Morgen nach der Hochzeitsnacht der Frau übergab, damit sie nach dem Tode des Mannes etwas besaß und sich allein erhalten und ernähren konnte. Die Form und der Sinn der Morgengabe haben sich im Laufe der Zeit verändert. Heute wird sie meist von der Mutter des Bräutigams überreicht, am Morgen des Hochzeitstages übergibt sie eine Brosche, eine Kette oder ein anderes Schmuckstück, welches sie selbst von ihrer Schwiegermutter bekommen hatte. Dieses Schmuckstück gilt als Familienschmuckstück, das die Braut in der Zukunft ihrer eigenen Schwiegertochter übergeben wird. Mit dieser Sitte wird der Braut noch ein Mal bestätigt, dass sie in der neuen Familie in Liebe aufgenommen ist. Auch der Bräutigam kann seiner künftigen Ehefrau ein kostbares Geschenk in den frühen Stunden des Hochzeitstages übergeben, welches seine innige Liebe zu ihr symbolisieren soll.

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