Brauch der Hochzeitsgeschenke und Gastgeschenke bei der Hochzeit

by Olga Witt
Brauch der Hochzeitsgeschenke und Gastgeschenke

Verschiedene Geschenke und zahlreiche Glückwunschkarten

Einer alten Tradition folgend, bekommt das Brautpaar von seinen Eltern, Freunden, Verwandten und Bekannten eine große Menge von Blumen, Souveniers, verschiedenen Geschenken, Geldkuverts und selbstverständlich zahlreichen Glückwunschkarten.

Bräuche und Sitten der Braut und ihres Hochzeitsgewands

Früher brachten die Gäste Mehl und Zucker, Schinken und Schnaps zur Hochzeitsfeier mit. Auch Geld gehörte zu den Geschenken, um ein Teil der Kosten für die Hochzeitsfeier zu decken. Wer nicht viel Geld hatte, gab nur eine lütte Kost, sie bestand aus Kaffee und Kuchen am Nachmittag, außerdem schenkte jeder Gast dem Brautpaar einen Taler.

Verschiedene Geschenke und zahlreiche Glückwunschkarten
Verschiedene Geschenke und zahlreiche Glückwunschkarten

Im Sauerland wurden ein paar Tage vor der Hochzeit Gebekörbe ins Haus geschickt.

In den Gebekörben waren Schinken und Mehl, oft auch ein lebendiges Huhn. Zum Dank musste der Bräutigam den Gebern jeden Wunsch erfüllen, zum Beispiel auf einem Fuß tanzen, ein Lied singen usw. In Württemberg wurde vor das Brautpaar nach dem Essen eine Schüssel gestellt, jeder Gast legte ein Geldstück hinein und sagte einen Spruch dazu.

Geldscheine an der Kleidung

In südlichen Ländern Europas heftete man dem jungen Paar, während es den Brautwalzer tanzte, Geldscheine an die Kleidung.

Ähnliches kann man heute noch mitten in Deutschland sehen, besonders bei türkischen Familien. In Polen setzte man die Braut mitten ins Zimmer, sie hielt einen Teller auf dem Schoß. Jeder Gast legte seine Gabe hinein, und die Braut musste als Dankeschön mit den Spendern tanzen oder sie mit Schnaps und Kuchen bewirten. Die Paten und der Bräutigam legten der Sitte nach die größte Summe in den Teller. Dieser Sitte wird auch heute in anderen Ländern gefolgt.

Geldscheine an der Kleidung

Rezepte vom Hochzeitsbrot

In einigen Kulturen wird nach dem Hochzeitsmahl ein Buch herumgereicht, in das Rezepte vom Hochzeitsbrot geschrieben werden.

Zwischen der Seiten legte jeder Gast einen Geldschein rein. In ländlichen Gegenden Deutschlands gab es früher eine Sitte, der Braut eine Harke zu schenken. Sie bekam die Harke, die mit Schleifen, grünen Zweigen und Flitter geschmückt war, von ihrem Bräutigam bei dem Einzug ins neue Heim. Die Braut erwiderte die Harke mit einer Sichel oder Sense. Diese Arbeitsgeräte symbolisierten gute und fleißige Arbeitskraft und eine gesicherte Zukunft.

Die Brautschuhe – Bräuche und Sitten, die mit dem Brautschuh zusammenhängen

In Bayern in ländlichen Gebieten wird bis heute noch ein Brauch gepflegt, dass die Gäste in sogenannten “Bescheid – Tüchlein” einen Geldbetrag mitbringen, damit das Brautpaar die Kosten für die Hochzeitsfeier nicht allein tragen muss. Am Ende der Feier werden in diese Tüchlein übrig gebliebene Leckereien des Hochzeitsmahls eingepackt, die den Gästen mit nach Hause gegeben werden.

Einer alten Tradition nach, werden den Gästen kleine Geschenke als Andenken überreicht. Ob es ein Tütchen selbstgebackenen Plätzchen oder etwas Langlebigeres ist, eine kleine Aufmerksamkeit bringt jedem Gast eine Freude. Der Brauch des Gastgeschenks ist schon Jahrhunderte alt. Im Altertum wurden zum Beispiel edle Verpackungen in Gold und Silber verschenkt. Im 19. Jahrhundert erhielten die Gäste bei Hochzeiten der feineren Gesellschaft beispielsweise Halstücher, Handschuhe oder Strumpfbänder.

Einer alten Tradition nach, werden den Gästen kleine Geschenke als Andenken überreicht

Heute ist der Brauch des Gastgeschenks in vielen europäischen Ländern wieder aufgelebt.

Sie dienen als nette Aufmerksamkeit für die Gäste, als Dankeschön für die guten Wünsche und als eine bleibende Erinnerung an die traumhafte Hochzeit. In Italien überreicht man den Gästen traditionell kandierte Mandeln, die man dort Bonboniere nennt. Jeder Gast erhält fünf Mandeln, die den Wohlstand, Gesundheit, Fruchtbarkeit, Glück und ein langes Leben symbolisieren.

Auch bei uns werden sie als Tischdekoration verwendet und später den Gästen mit nach Hause gegeben. Üblich werden die Mandeln hübsch verpackt, individuell gestaltet und mit den Namen des Brautpaares und dem Datum der Trauung versehen. In Belgien erhalten die Hochzeitsgäste zum Abschied eine entsprechend geformte oder mit Herzen und Rosen verzierte Schachtel mit Pralinen.

Bräuche und Sitten, die mit der Brautfrisur zusammenhängen

In vielen Gegenden gibt man den Gästen für die Daheimgebliebenen zur Erinnerung ein Stück Hochzeitstorte oder -kuchen mit. Auch Fotos aus der Polaroidkamera dienen heute demselben Zweck.

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