Bräuche und Sitten

Bräuche und Sitten, dem Brautpaar Geschenke zu überreichen

Bräuche und Sitten, dem Brautpaar Geschenke zu überreichen

Die Tradition, den frischvermählten Brautleuten am Hochzeitstag etwas Wertvolles und Brauchbares zu schenken, um sie zu unterstützen, kommt aus den früheren Zeiten.

Was die Gäste dem Brautpaar früher schenkten

In ländlichen Gebieten in Bayern wird bis heute noch der Brauch gepflegt, dass die Gäste am Hochzeitstag im sogenannten "Bescheid - Tüchlein" einen Geldbetrag mitbringen, damit das Brautpaar die Kosten für die Hochzeitsfeier nicht allein tragen muss. In diese Tüchlein werden dann am Ende der Feier übrig gebliebene Leckereien des Mahles eingepackt, die die Gäste mit nach Hause nehmen dürfen.

In Thüringen ist im Laufe der ersten Ehewoche der Brautrocken abgehalten worden. Die Braut wanderte dabei mit einer Freundin zu den Nachbarn, wo sie freundlich empfangen und bewirtet wurde. Sie bekam Flachs für ihren Rocken, außerdem Töpfe und Teller, selbst geschnitzte Holzlöffel und einige andere Küchenutensilien.

In Schwaben wurde der Braut ein kleiner Tannenbaum geschenkt, der über und über mit Stoffbeuteln behängt wurde. In diesen Beuteln steckten haltbare Lebensmittel, wie Linsen, Bohnen, Zucker oder Mehl. Dieser Vorrat reichte oft für ein halbes Jahr.

Auch in anderen Gegenden brachten die Nachbarn am sogenannten Hühnerabend so viele Lebensmitteln für den neuen Haushalt, dass die frischverheiratete Eheleute damit ein halbes Jahr auskommen konnten. Auch zur Hochzeit brachten die Gäste früher Mehl, Zucker, Schinken oder Schnaps mit. In anderen Gegenden schenkte jeder Gast dem Brautpaar einen Taler.

In Polen wurde die Braut mitten ins Zimmer gesetzt, auf dem Schoß hielt sie einen Teller. Jeder Gast legte sein Geschenk bzw. die Gabe hinein, und die Braut musste zum Dank mit dem Schenkendem bzw. den Spendern ein paar Takte tanzen oder sie mit Schnaps und Kuchen bewirten. Die Hochzeitsgesellschaft schaute kritisch zu und kommentierte die Großzügigkeit bzw. den Geiz der Gäste. Die Paten und der Bräutigam legten der Sitte nach die größte Summe in den Teller, dessen Inhalt als erstes Haushaltsgeld betrachtet wurde. Diese Sitte wird in einer geänderten Fort bis heute noch gepflegt.

In Rumänien übergab die Brautmutter dem Bräutigam ihre Tochter mit einem zeremoniellen Handtuch, das sie gewebt hatte. Das Handtuch war ein letztes Geschenk, das die Tochter von ihrer Mutter im Elternhaus bekam. Die jungen Leute baten die Mutter um Vergebung und um ihren Segen. Das Handtuch wurde von dem Ehepaar das ganze Leben lang aufbewahrt und wurde manchmal als eine Hälfte dem verstorbenen Partner mit in den Sarg gelegt, damit sich das Paar im Paradies nicht trennt. Außerdem kamen die Brautjungfern mit mehreren Silbertabletts in das Haus der Braut und brachten Blumen, mit denen die Hochzeitskerzen dekoriert werden sollten. Auch eine Kanne mit frischem Quellwasser, mit Rosenblättern bestreut, wurde als Sinnbild des Lebens und der Reinheit dem Brautpaar übergeben. Außerdem brachten sie Süßigkeiten, die den Wunsch nach einem Leben voller Süßigkeiten darstellten, Silberflitter, der Reichtum symbolisierte, Edelsteine und Münzen, die Symbol für eine wohlversorgte Ehe waren.

 

Was die Gäste dem Brautpaar früher schenkten

In einigen Gegenden bekam die Braut von den Brautjungfern einen Hahn aus Tonerde.

Die Mädchen hatten ihn selber geknetet und mit künstlichen Blumen und Federn geschmückt. Der Bräutigam bekam von den Brautführern eine ebenso aus Tonerde geknetete und schön geschmückte Henne.

Geschenke unter Brautleuten in früheren Zeiten

In früheren Jahrhunderten überreichte der Ehemann seiner frischvermählten Frau am Morgen nach der Hochzeit ein Geschenk - die sogenannte Morgengabe, welche meist sehr wertvoll war und oft das einzige Eigentum der Frau gewesen ist. Heute ist die Morgengabe des Bräutigams bzw. des Ehemannes ein sorgfältig ausgewähltes und sehr persönliches Geschenk, welches seine Liebe zum Ausdruck bringen soll.

In einigen Gegenden schenkten sich die Brautleute Rosen. Der Bräutigam schenkte seiner Braut oft eine Rosenbrosche aus Gold und steckte diese an das Kleid der Braut an, was seine Liebe und Treue symbolisierte. Die Braut schenkte dem Bräutigam einen roten Gürtel, was ihm ihre Liebe bewies. Im Biedermeier schenkten sich die Brautleute Broschen, die je mit einem goldenen, grün emaillierten Efeu- und Eichenblatt versehen waren.

Auf Java gehörte zu jedem Hochzeitsessen ein Reisgericht dazu, weil dort der Reis heimischer als in der alten Europa war. Die Brautleute fütterten sich während des Hochzeitsmahls gegenseitig mit Reisgerichten um zu zeigen, dass sie für einander in der Zukunft sorgen wollen. Nach dem Essen überreichte der Bräutigam der Braut als symbolische Gabe Reis und Geldmünzen, damit wollte er zeigen, dass in ihrer Ehe das Geld und Lebensmitteln nie fehlen werden.

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