Bräuche der Hochzeitsblumen

Bräuche der Hochzeitsblumen

Bräuche und Sitten der Hochzeitsblumen und deren Bedeutung

Seit dem Altertum gehören Blumen und Blumenschmuck zu einer Hochzeit.

Blumen, Blumenkränze und grüne Zweige sind Zeichen des Lebens, und ein Mittel zur Geisterabwehr, der geschlossene Kreis des Kranzes verstärkt diese Abwehrkraft. Zu den Pflanzen, die mit Ihrer Zauberkraft die bösen Geister von dem Brautpaar vertreiben, gehören Rosmarin, Myrte und Weißdorn.

Rosmarin, die Pflanze, die den bösen Geist von den frisch vermählten Eheleuten verscheucht, ist in Deutschland seit dem Mittelalter bekannt. Rosmarin ist eine Hochzeitspflanze, aber sie wird nicht nur bei der Hochzeit verwendet, sondern auch bei Taufe und Begräbnis, so hoch ist Ihre Segenskraft. Rosmarin wird bis heute bei der Hochzeit für den Brautkranz verwendet, auch der Bräutigam und die Hochzeitsgäste können sich mit Rosmarinzweigen schmücken.

Auch Myrte ist eine Pflanze, die noch im Mittelalter als Symbol von Segen und Lebenskraft galt. In Deutschland wurde diese Pflanze im 16. bis 17. Jahrhundert als Hochzeitspflanze bekannt, zuerst in Nürnberg und Augsburg und dann in anderen reichen Städten. Die Myrtenkränze waren damals so teuer, dass man sie behutsam präparierte und sie das ganze Leben lang aufbewahrte. Aus dieser Zeit stammt auch die Sitte, den Blumenkranz und –strauß zur Erinnerung aufzubewahren.

Auch Weißdorn ist eine Pflanze, die die Brautleute vor bösen Kräften bewahrt. Früher hing man Kränze aus Weißdorn als Schutz vor Hexen im Stall und im Haus auf. Brautkränze aus Weißdorn haben die Bräute vor Hexen geschützt, sie symbolisierten auch den Wunsch, so fruchtbar sein, wie viele kleine weiße Blüten im Kranz sind.

 

Rosmarin, die Pflanze, die den bösen Geist von den frisch vermählten Eheleuten verscheucht

In verschiedenen Ländern unserer Erde gilt die Getreide als Fruchtbarkeitssymbol.

In Bayern bestand deswegen der Brautkranz auf dem Lande nicht aus Blumen, sondern aus dick zusammen geflochtenen Getreideähren. In der Stadt wurden die jungen Brautleute mit ‚Getreide beworfen und überschüttet. Diese Sitte ist auch heute in einigen Regionen noch üblich.

Klassische Hochzeitsfrüchte sind Orange und Zitrone. In Bayern tragen die Frauen einen goldenen Lebensapfel während der Brautmesse in der Hand, in die Früchte wird ein Rosmarinstängel gesteckt. In der Schweiz und in anderen Alpenländern wurden Sträuße und Kränze aus Papier verwendet. Am Tag nach der Hochzeit verbrannte man die Kränze und streute die Asche auf das Grab der Eltern.

Einer alten Sitte nach besorgt der Bräutigam den Brautstrauß, und was nach der Hochzeit mit ihm geschieht, ist regional verschieden.

Manche Bräute heben ihn auf, die anderen verschenken einzelne Blüten an die besten Freundinnen, und die dritten werfen den Strauß zum Abschied in die tanzende Menge. Wer ihn fängt, feiert als nächster die Hochzeit!

Den Blumenkranz und den Brautstrauß hebt man gern zur Erinnerung auf. Seit längerer Zeit ist es üblich, dass der Braut am Schluss der Hochzeitsfeier der Schleier und Kranz abgenommen werden. Auch die Ansteckblume des Bräutigams wird aufgehoben, sie besteht aus 2 oder 3 Blüten und Zweigen derselben Art wie der Brautstrauß. Auch diese Sitte ist seit längerer Zeit bekannt.

Seit dem Altertum gehören auch Blumenkinder zur Hochzeit. In Rom begleiteten sie den Brautzug, die Knaben mit Fackeln liefen dem Hochzeitszug voraus, Mädchen streuten für die Braut Rosenblätter auf den Weg. Diese Sitte ist heute wieder aufgenommen worden, die Kinder mit Kränzen und Körbchen voller Blüten streuen sie auf den Weg des Brautpaares bis zum Altar.

In Norddeutschland war es üblich, einen Ehrenbogen vor der Haustür aufzuschlagen, der Bogen war mit Wacholder und roten Bändern umwunden und mit Rosen besteckt. Nach der kirchlichen Trauung wurde die Braut von der Schwiegermutter oder dem Schwiegervater mit einem Schluck Wein oder einem Spruch empfangen. In Thüringen wurde früher ein Hochzeitsbaum bunt geschmückt, und von den Freunden des Bräutigams vor dem Hochzeitshaus aufgestellt, der aus einer Stange bestand, an der ein grüner Zweig hing, und der mit roten Schleifen, roten Äpfeln und Blumen verziert war. Nach der Hochzeit musste der Bräutigam einen oder mehrere Bäume pflanzen, welche wie eine Ehe gute Früchte bringen sollten.

Der Brautwagen, auf dem die Braut die Aussteuer ins neue Heim brachte, wurde mit Ilex und Efeu geschmückt. Der Hochzeitstisch wurde ebenso grün geschmückt, Tannen und Immergrün wurden wegen ihrer Symbolik für die Treue und Beständigkeit zu stehen, vorgezogen.

Die Blumen symbolisierten früher folgendes.

Die Hyazinthen symbolisierten den Glauben, die Rosen - die brennende Liebe, die Kreuzblumen – die Geduld, die Maiglöckchen – die Reinheit, die Violen – die Demut, die Sonnenblumen – den Gehorsam, Tag- und Nachtlilien – das Gebet, Vergissmeinnicht – die Gegenwart Gottes. Die Blumensymbole unserer Zeit sind einfacher. Die Rose zum Beispiel symbolisiert die Liebe, das Veilchen die Bescheidenheit und die Treue, die Lilien sind so weiß und rein wie die Unschuld, und die Maiglöckchen symbolisieren das Glück und die Tugend.

 

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